../img/nav_aktuelles_heft.gif
../img/nav_kiosk.gif
../img/nav_ratgeber_recht_a.gif
../img/nav_thema_der_woche_a.gif
../img/nav_gesetzestexte.gif
../img/nav_rechtsberatung.gif
../img/nav_urteilssuche.gif
../img/nav_urteils_datenbank.gif
../img/nav_raetsel_und_spass.gif
../img/nav_unsere_partner.gif
SIE BEFINDEN SICH HIER:  Ratgeber Recht / Thema der Woche Tue 20. August 2019

Geld verliehen - wie bekommt man es zurück?

Renate S. war leichtgläubig. Aber es war eben damals noch die ganz große Liebe. Deshalb hatte sie Manfred B. bedenkenlos 7.500 EUR gegeben. Er brauchte das Geld dringend für ein neues Motorrad. Denn das alte Motorrad ging bei einem selbstverschuldeten Unfall zu Schrott. Immerhin hat sich Renate S. einen handschriftlichen "Schuldschein" von Manfred B. ausstellen lassen, denn das Geld war ja nur geliehen. Zurückbekommen hat Renate S. das Geld bis heute nicht mehr. Zwar haben die beiden auch nach der Trennung immer noch Kontakt. Doch wenn Renate S. nach dem Geld fragt, wird sie immer nur vertröstet. Jetzt hat sie es endgültig satt weiter hingehalten zu werden. Doch weiß sie nicht, wie sie ihren Anspruch durchsetzen soll.

Kann ich das Geld sofort zurückfordern?

Ist im Vertrag keine Laufzeit vorgesehen, muss das Darlehen zunächst erst einmal schriftlich gekündigt werden. Zu Beweiszwecken am besten per Einschreiben und Rückschein. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate.

Kann ich Zinsen verlangen?

Wenn das im Darlehensvertrag vereinbart ist, ja. Es gibt aber auch zinslose Darlehen, gerade im privaten Bereich. Zinsen können dann erst ab dem Zeitpunkt verlangt werden, ab dem der Darlehensnehmer mit der Rückzahlung in Verzug ist.

Wie komme ich an mein Geld?

Indem gerichtliche Hilfe in Anspruch genommen wird. Am kostengünstigsten ist es, zunächst einen Mahnbescheid und anschließend einen Vollstreckungsbescheid gegen den Schuldner zu beantragen. Vordrucke gibt es im Zeitschriftenhandel.

Ich habe ein Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid. Was nun?

Zahlt der Schuldner nicht freiwillig, kann jetzt vollstreckt werden. Dazu kann man zum Beispiel den Gerichtsvollzieher beauftragen. Oder man pfändet das Bankkonto des Schuldners. Hat der zahlungsunwillige Schuldner ein Grundstück, kann auch eine Zwangssicherungshypothek eingetragen werden. Es gibt viele Möglichkeiten. Am besten wendet man sich an ein Inkassounternehmen oder einen Rechtsanwalt.

Wer bezahlt die Vollstreckungskosten?

Die anfallenden Gebühren muss zunächst der Gläubiger aus eigener Tasche vorschießen. Der Schuldner muss aber außer den Verzugszinsen auch die Vollstreckungskosten ersetzen.

Wie lange kann ich gegen den Schuldner vollstrecken?

Aus einem rechtskräftigen Urteil, Vollstreckungsbescheid oder Vergleich kann man dreißig Jahre lang vollstrecken.